Das ist auch so ein Rezept aus der Vergangenheit. Im Frühsommer bereitete meine Mutter diese Süßigkeit mit unseren eigenen Kirschen zu. Kirschmichel war ein Symbol für sonnige Tage, kurze Hosen und bevorstehende Ferien.
Ich durfte in den Baum klettern und pflücken. Meine Mutter hängte derweil die Wäsche auf und ermahnte mich alle paar Minuten, mich doch bitte nicht so wagemutig auf die dünnsten Äste zu stellen. Aber ich musste – denn nur von da aus kam ich an die besonders prallen, dunkelroten, verlockenden Süßkirschen.
Kirschmichel ist ein ganz einfaches Rezept, er braucht nicht viele Zutaten und keine komplizierten Arbeitsschritte. Eigentlich schmeckt er am besten, wenn er einen Tag durchgezogen ist.
Aber so alt wurde bei uns kein Kirschmichel – wir Kinder stürzten uns auf ihn, sobald wir uns nicht mehr den Mund daran verbrannten.

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700 g Süßkirschen, entkernt
5 Brötchen
500 ml Milch
50 g Zucker
½ Tüte Backpulver
1 EL geriebene Mandeln
2 Eier aus dem Kühlschrank, Eigelb und Eiweiß getrennt
½ TL Zitronenabrieb
1 Prise Zimt
2 EL Paniermehl
90 g Butter
70 g Butter aus dem Kühlschrank nehmen und Raumtemperatur annehmen lassen.
Backofen auf 220° vorheizen.

Brötchen in kleine Stücke zupfen, in eine feuerfeste Glasschale („Jenaer Glas“) geben, mit heißer Milch übergießen und mit dem Schneebesen gut durcharbeiten, sodass eine relativ homogene Masse entsteht.

Butter schaumig rühren. Zucker und Backpulver dazugeben und gründlich einarbeiten. Mandeln, Zitronenabrieb und Zimt dazugeben und einrühren. Eigelbe einrühren. Zur Brötchenmasse geben und gründlich verrühren.
Eiweiß zu einem steifen Schaum schlagen (geht gut mit dem Stabmixer) und unterheben.
Die gewaschenen und entkernten Kirschen unterheben.

Mit Semmelbröseln bestreuen, aus der restlichen Butter Flocken schneiden und auf den Kirschmichel legen.

Die Schale ins untere Drittel des Backofens stellen und in 1 Stunde fertig backen.

Herausnehmen und abkühlen lassen. Am besten schmeckt der Kirschmichel, wenn er eine Nacht gestanden hat. Im Kühlschrank hält er sich einige Tage.

total schöne Seite… wie liebevoll erzählt…
So lecker! Erinnert mich immer an Hochsommer!